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Umgang mit Softwarerobotern: Erkennen wir eine Künstliche Intelligenz?

Durch die vermehrte Nutzung von Social Bots und KI könnten Banken weltweit ihre Betriebskosten bis 2023 um bis zu 7,3 Mrd. US-Dollar senken, ergab kürzlich eine Studie von Juniper Research. Die Bots könnten bis zum übernächsten Jahr zudem knapp 80 Prozent der gesamten Kundenkommunikation über Mobile Banking-Apps abwickeln, hieß es. Doch nicht nur Kreditinstitute haben Vorteile. Bots an sich sind generell sehr praktisch: Sie erinnern uns ans Trinken oder geben Wetter-Updates. Doch Social Bots werden auch eingesetzt, um bestimmte Meinungen im Netz zu unterstützen oder gar gezielt Fake News – Falschinformationen – zu streuen.

Ein Team von der Sozialpsychologie der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat nun untersucht, ob wir manipulative Social Bots als solche wahrnehmen, wann wir misstrauisch werden und sogar prüfen, ob ein Profil zu einem echten Menschen gehört. Für Befragungen hätten sich insgesamt rund 600 ProbandInnen aus den USA verschiedene Twitter-Profile angesehen, teilte die Universität mit. Diese Profile waren demnach entweder stark den Republikanern oder den Demokraten zugewandt und darüber hinaus unterschiedlich individuell oder automatisiert gestaltet.

Misstrauen bei automatisierten Profilen
„Aufgrund des politischen Systems in den USA konnten wir davon ausgehen, dass die Teilnehmenden entweder die eine oder die andere Partei klar favorisieren würden“, erklärte Doktorandin und eine der Studienleiterinnen Magdalena Wischnewski. „In wenigen anderen Lebensbereichen gibt es eine so klare Zweiteilung.“ Es habe sich gezeigt, dass die Teilnehmenden misstrauisch würden, wenn die Profile sehr automatisiert gewirkt hätten. Jedoch wurde das den Angaben zufolge von den ProbandInnen eher toleriert, wenn der fragliche Account die gleiche politische Meinung zur Schau gestellt habe wie sie selbst. Anders bei gegenteiligen Positionen: Wer den demokratischen US-Präsidenten unterstütze, sei bei republikanischen Inhalten eher misstrauisch geworden – und umgekehrt. Software, um Bots zu identifizieren, nutzten die ProbandInnen demzufolge meist, um eine bereits gefasste Meinung zu bestätigen, hieß es.

„Die Ergebnisse lassen sich nicht nur geographisch auf Deutschland, sondern auch inhaltlich auf alle Lebensbereiche übertragen, bei denen es unterschiedliche Positionen gibt“, so Wischnewski. „Damit wir mit Social Bots interagieren, müssen diese menschlich wirken und sie müssen unserer Meinung sein. Davon gibt es aber nur sehr wenige. Entsprechend unwahrscheinlich ist es daher, dass viele User im direkten Kontakt auf Bots hereinfallen. Social Bots dienen also eher dazu, Themen so oft aufzugreifen, dass es scheint, als lägen sie im Trend.“ (ud)

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