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Studie: Verbraucher fordern Prüfzeichen für KI

79 Prozent wünschten sich, dass Produkte und Anwendungen mit KI grundsätzlich gekennzeichnet würden, und 71 Prozent forderten eine umfassende gesetzliche Regulierung der Technologie, so die Kernergebnisse einer Studie im Auftrag des TÜV-Verbands: „Immer dann, wenn Produkte oder Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz die Gesundheit von Menschen oder ihre elementaren Grundrechte wie Privatsphäre oder Gleichbehandlung gefährden, brauchen wir eine gesetzliche Regelung", sagte Dr. Dirk Stenkamp, Präsident des Verbands, bei der Vorstellung der Studienergebnisse. „Die Gesetzgebung für eine europäische KI-Verordnung muss jetzt zügig vorangetrieben und Verbesserungen eingearbeitet werden.“ So sollten KI-Anwendungen mit hohem Risiko grundsätzlich von unabhängigen Stellen geprüft werden, um deren Sicherheit gewährleisten zu können, hieß es.

Laut den Ergebnissen der Umfrage kennen 95 Prozent der Befragten den Begriff KI. Immerhin fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) könne die wichtigsten Eigenschaften dieser komplexen Technologie gut oder sehr gut erklären. Im Vergleich zur vorangegangenen Studie des Verbands im Jahr 2019 sei das ein Anstieg um 13 Prozentpunkte. Weitere 42 Prozent könnten eine grobe Erklärung abgeben (minus 5 Punkte) und nur 11 Prozent wüssten nur sehr wenig oder gar nichts über KI (minus 6 Punkte). „Das Wissen um Künstliche Intelligenz verbessert sich mit der zunehmenden Verbreitung der Technologie", sagte Stenkamp.

Sehr positiv bewerte eine breite Mehrheit der VerbraucherInnen die Weiterentwicklung von KI in der Industrie (73 Prozent), in der Forschung (69 Prozent), im Gesundheitsbereich (66 Prozent) und in der Bildung (62 Prozent). Vier von fünf aller Befragten (80 Prozent) erhofften sich durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz auch persönlich Vorteile oder Erleichterungen in ihrem Alltag: 53 Prozent rechnen den Angaben zufolge mit Zeitersparnissen, 48 Prozent mit Energieeinsparungen und 43 Prozent mit Entlastungen von Routinetätigkeiten.

Sorge vor Massenüberwachung
Gleichzeitig hätten die Befragten viele Sorgen und Vorbehalte im Zusammenhang mit dem Einsatz von KI. An erster Stelle stehe mit einem Anteil von 66 Prozent die Angst vor Hackerangriffen, die mit Hilfe von KI automatisiert oder personalisiert würden. Es folgten die Sorge vor Massenüberwachung (62 Prozent) oder einem Missbrauch persönlicher Daten (61 Prozent). Bei 61 Prozent bestehe die Sorge, dass KI genutzt werde, um Menschen zu manipulieren. Die gezielte Verbreitung von Faken News und Filterblaseneffekte in sozialen Netzwerken seien dafür Beispiele.

„Die Befürchtung, dass KI-Systeme bei sicherheitskritischen Anwendungen Fehler macht, ist mit 60 Prozent ebenfalls weit verbreitet“, sagte Stenkamp. Fehlerhafte KI-Systeme könnten beispielsweise beim automatisierten Fahren verheerende Folgen haben, so die Studie. Weitere Befürchtungen betreffen demnach Arbeitsplatzverluste durch den Einsatz von KI-Systemen (57 Prozent) und die Diskriminierung von Menschen, beispielsweise bei der Personalauswahl oder bei der automatisierten Vergabe von Krediten (41 Prozent). Sehr deutlich werde die Skepsis beim autonomen Fahren. Erst 39 Prozent würden in einem vollautomatisierten Fahrzeug mitfahren. 33 Prozent lehnen das ab und weitere 29 Prozent sind unsicher und antworteten mit „weiß nicht“. (ud)

 

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