Markt News

iStock.com/Antonio_Diaz

Studie: KI wird im Bankwesen zum beherrschenden Trend

Fast zwei Drittel (65 Prozent) der BankmanagerInnen weltweit rechnen damit, dass das Bankgeschäft in den Filialen binnen fünf Jahren „tot“ sein wird. Vor vier Jahren seien nur 35 Prozent dieser Auffassung gewesen, so eine aktuelle Umfrage. Bankgeschäfte könnten auch ohne Filialen online oder mobil abgewickelt werden, wie die Corona-Pandemie gezeigt habe. Der Filialbesuch sei für KundInnen in Zukunft nicht mehr zwingend erforderlich, so eine Studie der britischen Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Temenos.

Die Untersuchung hebt demnach hervor, dass 65 Prozent der Führungskräfte im globalen Bankwesen neue Technologien wie Cloud, Künstliche Intelligenz (KI) und APIs als den Trend ansähen, der in den nächsten vier Jahren den größten Einfluss auf den Sektor haben werde, noch vor Regulierung und veränderten Kundenanforderungen. Darüber hinaus glaubten 81 Prozent, dass die Erschließung von Mehrwert durch KI das Unterscheidungsmerkmal zwischen Gewinner- und Verliererbanken sein werde, hieß es weiter. Banken fokussierten ihre Technologie-Investitionen auf Cybersicherheit, KI und Cloud Computing, da sie ihre digitalen Transformationsprojekte beschleunigen würden, hieß es.

Pandemie war Katalysator für Zusammenarbeit und Experimentieren
81 Prozent der BankerInnen glauben demzufolge, dass Kreditinstitute versuchen würden, sich über das Kundenerlebnis und nicht über Produkte zu differenzieren. Daher setzten viele etablierte Geldhäuser auf strategische Partnerschaften und Investitionen in Technologie, um vertrauenswürdige Bankpartner und Anbieter von verbraucherfreundlichen Bankerlebnissen zu werden. Die Pandemie sei ein Katalysator für Zusammenarbeit und Experimentieren gewesen. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Führungskräfte von Banken gehe zudem davon aus, dass sich ihr Unternehmen in den nächsten zwei Jahren zu einem Ökosystem entwickeln werde, in dem Banken ihren KundInnen und anderen Finanzorganisationen Produkte und Dienstleistungen von Dritten zusammen mit ihren eigenen anböten, hieß es.

Aalishaan Zaidi, Global Head of Digital Banking bei Standard Chartered hält den Wandel in der Einstellung für eine Folge der Pandemie: „Die große Veränderung für uns war der Glaube, dass wir uns schnell verändern können, wenn wir es wirklich wollen.“ Zaidi sagte, dass „wir vor der Pandemie niemals die Partnerschaften eingegangen wären, die wir jetzt eingehen." Kanika Hope, Chief Strategy Officer, Temenos, fügte hinzu: „Open Banking und der zunehmende Wettbewerb durch Big Tech und neue Marktteilnehmer veranlassen die Banken, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Viele streben nun danach, digitale Ökosysteme zu entwickeln, die ihren Kunden mithilfe von Cloud, SaaS und KI menschlichere, differenziertere Erfahrungen bieten.“ BankerInnen verstünden jetzt, dass Technologie ein Enabler für diese neuen Geschäftsmodelle und entscheidend für ihre Wettbewerbsdifferenzierung sei. (ud)

Stichworte

Verwandte Artikel

Anzeige

Lexikoneinträge