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Studie: Immer mehr Unternehmen betrachten KI als Chance

Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) entstand. Untersucht wurde der Status quo der KI in Deutschland im Jahr 2021. Vor allem KI-nahe Patentanmeldungen seien gestiegen, teilte das IW am Dienstag mit. Für die Studie sei ein KI-Index zum Entwicklungsstand der Technologie gebildet worden. Der Index habe aktuell 123 Punkte erreicht, 16 mehr als im Vorjahr, hieß es.
 
Im Vergleich zu 2020 habe sich die positive Entwicklung somit deutlich beschleunigt. Allerdings habe das allgemeine öffentliche Interesse an dem Thema – wohl auch durch Corona – nachgelassen: „Die Ergebnisse machen einerseits Mut, weil KI in der unternehmerischen Praxis angekommen ist“, erklärte Studienautor Henry Goecke. „Gleichzeitig zeigen sie uns, dass es noch viele Hürden und Hemmnisse gibt, die abgebaut werden müssen.“ So seien weniger wissenschaftliche Publikationen zu KI veröffentlicht worden. Zudem sei KI seltener im Bundestag thematisiert worden.

Mehr Transparenz, mehr Vertrauen
Damit die Technologie in Deutschland noch besser Fuß fassen könne, brauche es verbindliche Verhaltensregeln, sagte Studienautorin Vera Demary: „Es muss mehr Transparenz geben, wenn KI zum Einsatz kommt – das gilt für die Chancen wie auch für die Risiken. Transparenz schafft Vertrauen in die Anwendung von KI.“ Laut Studie zeigt sich eine sehr positive Einschätzung der deutschen Wirtschaft gegenüber KI. Im Vergleich zum Vorjahr komme es 2021 zu zwei erfreulichen Entwicklungen: Der Anteil der Unternehmen, die KI als Risiko für die Volkswirtschaft sähen, sei leicht gesunken (von 14 Prozent im Jahr 2020 auf 11 Prozent im Jahr 2021). Zugleich sei der Anteil der Firmen, die KI als Chance betrachteten, von rund 60 Prozent im Jahr 2020 auf etwa 70 Prozent in diesem Jahr gestiegen.

Im Frühjahr 2021 gaben laut Studie gut 21 Prozent der Unternehmen an, KI in ihrem Betrieb einzusetzen. Damit setze sich der positive Entwicklungsprozess dieses Indikators mit einer beschleunigten Dynamik fort: Nachdem der Anteil der KI-einsetzenden Firmen im Erhebungszeitraum 2019 auf 2020 von rund 10 Prozent auf knapp 13 Prozent angestiegen sei, erhöhte sich der Wert im Frühjahr 2021 den Angaben zufolge auf über ein Fünftel aller Unternehmen. Die Verwendung von KI in der Wirtschaft habe sich dementsprechend weiter fortgesetzt, was zu der positiven Einschätzung der Unternehmen mit Blick auf die Chancen durch KI passe.

Bei den Rahmenbedingungen für KI gebe es noch Verbesserungsmöglichkeiten, hieß es weiter. Bürokratische Hürden beim Ausbau der Infrastruktur sollten verringert werden. Gegebe­nenfalls müssten notwendige Kapazitäten (etwa in der Planung von Projekten) bei umsetzenden Stellen geschaffen werden. Zudem sei es notwendig, die Schaffung einer vertrauenswürdigen Dateninfrastruktur voranzu­treiben, um die technologische Souveränität nicht aus den Augen zu verlieren. Darüber hinaus müsse Rechtssicherheit im Datenumgang für Firmen und beim Einsatz von KI hergestellt werden. Rahmenbedingungen, unter denen verschiedene Arten von Daten gesammelt, getauscht und eingesetzt werden dürften, müssten eindeutig definiert werden. Rechtssicherheit schließe explizite Regeln für den Einsatz von KI-An­wendungen ein.

Nicht zuletzt solle der Staat eine Vorreiterrolle beim Einsatz von KI in Deutschland einnehmen. Durch staatliche Nachfrage könnten Potenziale in der Verwaltung gehoben und Märkte für die Entwicklung von KI eröffnet werden. Zudem müsse auch das Erwerben von KI-Know-how in der schulischen, beruflichen sowie universitä­ren Bildung gestärkt werden, hieß es. (ud)

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