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Schutz vor Hackerattacken: Sicherheitsservices von Banken hoch im Kurs

Die Deutschen haben ein hohes Bedürfnis danach, sich risikofrei in der digitalen Welt zu bewegen. Nahezu jeder Zweite zeige sich dabei offen, Sicherheitsservices zu nutzen, die von seiner Bank oder Versicherung angeboten würden, so eine aktuelle Studie. Demnach genießen die Institute im Umgang mit persönlichen Daten bei BürgerInnen immer noch einen großen Vertrauensvorschuss. Besonders groß sei dabei die Bereitschaft junger Leute bis 30 Jahre, entsprechende Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Denn sie bewegten sich viele Stunden am Tag in der virtuellen Welt und wollten ihre selbst hinterlassenen Spuren kontrollieren. Zwei Drittel dieser Gruppe interessiere sich daher für über eine Bank angebotene Sicherheitsservices.

Dies sind die Ergebnisse einer Studie von Civey im Auftrag der Etvas GmbH. Dessen Geschäftsführer Sören Timm erklärte: „Die Menschen suchen nach Angeboten, um Sicherheitslücken auf den eigenen Geräten zu schließen und sich vor Hackerangriffen und Datenspionage zu schützen. Hier bietet sich Banken die Gelegenheit, mit passenden Mehrwertdiensten neue Geschäftsfelder zu erschließen."

Rund 30 Prozent der KundInnen seien aus Angst vor Identitätsdiebstahl bereit, einen Service über die Hausbank zu buchen, der ihre Daten vor Missbrauch schützt, hieß es weiter. Jeder Vierte habe Interesse an einem Anti-Virenschutz-Programm, das das Finanzinstitut ihnen als Extra-Service anbietet. Nahezu jeder Fünfte würde zudem einen Dienst nutzen, der alle seine Geräte auf Sicherheitslücken überprüft, um Datenlecks zu erkennen. Timm fügte hinzu: „Als Serviceanbieter können Banken über ihr klassisches Geschäft hinaus den Kontakt zum Kunden ausbauen, den sie durch IT-Konzerne, FinTechs oder Neobanken gerade zu verlieren drohen."

Einer der gefährlichsten Trojaner
Derweil gibt es einen Anstieg von Angriffen mit dem Banking-Trojaner QoakBot. Die Zahl der Betroffenen sei in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 65 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum angestiegen, teilte Kaspersky mit. Insgesamt wurden den Angaben zufolge weltweit 17.316 NutzerInnen angegriffen. Mittels Banking-Trojaner könnten Cyberkriminelle Geld von Online-Banking-Konten und e-Wallets ihrer Opfer stehlen, hieß es. Der Banking-Trojaner QakBot sei 2007 als einer von vielen entdeckt worden. Die Tätergruppe dahinter habe in den vergangenen Jahren viel in die Schadsoftware investiert und diesen Trojaner zu einem der leistungsfähigsten und gefährlichsten unter den existierenden Exemplaren dieses Malware-Typs gemacht, hieß es.

Zusätzlich zu den für Banking-Trojaner üblichen Funktionen wie Keylogging, Cookie-Diebstahl, Abfangen von Passwörtern und Logins habe QakBot in den neuesten Versionen auch Funktionen und Techniken integriert, mit denen er erkennen könne, ob er in einer virtuellen Umgebung ausgeführt werde. Letzteres werde häufig von Sicherheitslösungen und Anti-Malware-Spezialisten verwendet, um Malware anhand ihres Verhaltens zu identifizieren. Wenn die Schadsoftware erkenne, dass sie sich in einer virtuellen Umgebung befinde, könne sie verdächtige Aktivitäten stoppen oder ihre Funktion komplett einstellen. Darüber hinaus versuche QakBot, sich vor der Analyse und Fehlersuche durch ExpertInnen und automatische Tools zu schützen.

Zusätzlich sei QakBot in seinen neuesten Versionen dazu in der Lage, E-Mails von angegriffenen Rechnern zu stehlen. Diese Mails würden später in verschiedenen Social-Engineering-Kampagnen gegen Personen in der E-Mail-Kontaktliste des Opfers verwendet, hieß es.

Attacken aus dem Netz setzen auch der Finanzbranche immer mehr zu: 65 Prozent der großen Finanzdienstleister weltweit hätten von Ende 2018 bis Ende 2019 im Fokus von Cyberangriffen gestanden, so eine Studie des Data Security-Anbieters HelpSystems. Die Finanzindustrie setzt daher verstärkt Künstliche Intelligenz (KI) ein, um Cyberattacken abzuwehren. Im Bereich des Online Bankings könne etwa mit Hilfe von KI ermittelt werden, ob eine erhöhte Bedrohungslage herrsche, hieß es in einem Papier des eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Dazu würden verschiedene Datenquellen herangezogen und etwa ermittelt, wie viele Banking-Trojaner aktuell aktiv seien, ob es aktuell bekannte Software-Schwachstellen im Umfeld von Online Banking gebe, die für einen Angriff auf Bankkunden verwendet werden könnten oder ob derzeit vermehrt versucht werde, mit Phishing-Mails Zugangsdaten zu Online Konten abzugreifen. (ud)

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