Grundlagen News

mik ivan/Adobe Stock

Regulierung: DK kritisiert EU-Regeln für KI

„Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt den technologieneutralen Ansatz des Verordnungsvorschlags und die intendierte Wahrung europäischer Werte und Grundrechte“, hieß es einer aktuellen Mitteilung. Kritisch zu sehen sei allerdings die Aufnahme der Kreditwürdigkeitsprüfung in die Liste der Hoch-Risiko-Anwendungen. Die Finanzbranche solle daher aus dem Anwendungsbereich der Verordnung herausgenommen werden, forderte die DK.  

Der in der Verordnung gewählte Ansatz greife fehl, da ausgewählte Anwendungsfälle pauschal als hoch risikoreich definiert würden, ohne dass es hierfür ein nachvollziehbares Kriterienraster gebe, welches die Risiken explizit benenne und objektiv belege und dabei bestehende risikomitigierende (gesetzliche) Anforderungen berücksichtige, so die DK: „Wir meinen, dass bei Berücksichtigung der risikomitigierenden Fakten erkennbar wird, dass kein hohes Risiko für VerbraucherInnen im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung oder für das Kreditscoring besteht.“

Unverständlich sei darüber hinaus, dass eine in bestehende Prozesse und Strukturen in den Kreditinstituten eingebettete Technologie wie KI per se zu einem höheren Risiko führen solle: „Dies unterstellt, dass die existierenden risikomitigierenden Anforderungen und Institutionen, die mit der Beaufsichtigung und Überwachung von Kreditinstituten befasst sind, unzulänglich sind und nicht hinreichend Wirkung entfalten.“ Dies sei unzutreffend, kritisierte die DK.

Kommission: Weltweit erster Rechtsrahmen für KI
„Geht man lediglich davon aus, dass der jeweils betroffene Anwendungsfall aufgrund seiner Bedeutung für eine solche Zuordnung ausreicht, wäre der Ansatz folgerichtig. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Nennung von risikoreichen Anwendungsfällen einer dynamischen, sich weiter entwickelnden Risikolandschaft nicht gerecht wird,“ so die DK. Es müsse vielmehr bewertet werden, welche Risiken bestehen bzw. entstehen könnten „und inwieweit diese tatsächlich eintreten, vor allem aber auch mitigiert werden können bzw. bereits werden.“ Vor diesem Hintergrund erfolge in dem Verordnungsentwurf die Einordnung der Kreditwürdigkeitsprüfung und der Kreditpunktebewertung als Hoch-Risiko-KI-Anwendungsfall zu Unrecht, hieß es.

Die EU-Kommission hatte im April strenge Regeln für den Umgang mit KI vorgelegt. Diese sollten mögliche Risiken von Anwendungen und die Grundrechte der EU-Bürger gleichermaßen berücksichtigen, hieß es. „Durch die Kombination aus dem weltweit ersten Rechtsrahmen für KI und einem neuen mit den Mitgliedstaaten koordinierten Plan sollen die Sicherheit und die Grundrechte der Menschen und Unternehmen gewährleistet und gleichzeitig die KI-Verbreitung gefördert sowie Investitionen und Innovationen im Bereich der KI in der gesamten EU verstärkt werden“, teilte die Kommission mit. Die neuen Vorschriften sollen den Angaben zufolge auf einer zukunftssicheren Definition der KI beruhen und in allen Mitgliedstaaten direkt und in gleicher Weise Anwendung finden. (ud)

Stichworte

Verwandte Artikel

Anzeige