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Mittelstandsstudie: KI hilft vor allem bei der Kostenreduktion

Dementsprechend würden auch effizienzgetrie­bene Unternehmensbereiche als besonders geeig­net für den Einsatz von KI-Anwendungen einge­schätzt. Hier stünden an erster Stelle Logistik und Produktion, wo mit dem Einsatz von KI-Anwendun­gen insbesondere die Prozesseffizienz gesteigert werden könne. Das geht aus einer Untersuchung der Mittelstand-Digital Begleitforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) hervor. Befragt wurden die KI-Trainer des Netzwerks Mittel­stand-Digital.

Ein ähnlicher Fokus auf Effizienzsteigerungen und Kostensenkung zeige sich bei der Beurteilung von relevanten KI-Anwendungen und Use Cases für den Mittelstand, hieß es weiter. Nach Experteneinschätzung seien Quali­tätskontrolle, Datenanalyse, Bilderkennung, Voraus­schauende Wartung, Texterkennung und Intelli­gente Assistenzsysteme am relevantesten. Diese Anwendungsfälle zielten hauptsächlich auf die Hebung von Kostensenkungs- und Effizienzsteige­rungspotenzialen ab.

Fehlende Fachkräfte sind ein Hemmnis
Das Potenzial von KI-Anwendungen sei groß, die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig. Allerdings nutzten nur 6 Prozent aller deutschen Unternehmen Anwendungen mit KI. Laut den befragten KI-Trai­nern sind das Haupthemmnis im Mittelstand feh­lende Fachkräfte bzw. fehlendes Know-how. Darauf folgten eine mangelnde Datenbasis, mangelnde finanzielle Ressourcen sowie ein mangelnder digita­ler Reifegrad und eine unzureichende digitale Infra­struktur im Unternehmen, so die Studie.

Die Ursachen für diese Hemmnisse gehen den Angaben zufolge häufig in zwei Richtungen: Der Aufwand für die Einführung von KI-Anwendungen werde überschätzt (z. B. sei die Vorstellung der benötigten Datenmengen überzo­gen), oder die Amortisationsdauer der Investition sei zu lang verglichen mit dem Planungshorizont vieler kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Diese Punkte könnten das Problem des Ressourcenmangels im Bereich Digitalisierung, Datenerhebung und Fach­kräfte in den Unternehmen noch verstärken. Sie füh­rten dazu, dass für KI-Projekte Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt würden, weil der Nutzen der Anwendungen unterschätzt oder der Aufwand über­schätzt werde, so die Fachleute.

Entscheidung für vortrainierte KI-Anwendungen
Insbesondere für fehlende Fachkräfte bzw. fehlen­des Know-how könnten eingekaufte, vortrainierte KI-Anwendungen ein Lösungsansatz sein. 73 Prozent beurteilten die Kauf-Option als „geeignet“ oder „eher geeignet“, um das Problem der fehlenden Fachkräfte zu mindern. Der Bezug der Lösungen von Fachanbietern verringere die Investitionssumme und das Risiko einer Eigenentwicklung ebenso wie das benötigte Fachpersonal und die benötigten Daten zum Trainieren der Algorithmen.

Laut Studie hat KI Potenzial, für die gesamte deutsche Wirt­schaft werden demnach bis zu 488 Mrd. Euro Wertbeitrag bis 2025 erwartet. Die Expertenbefragung zeige, dass die Entwicklung Fahrt aufgenommen habe. Die aktuelle und die zukünftige Relevanz von KI-Anwendungen für den Mittelstand seien in dieser Umfrage deut­lich höher eingeschätzt worden als noch vor zwei Jahren.

Umso wichtiger sei es für KMU, jetzt die Basis für KI-Anwendungen zu legen. Diese Basis bestehe zum einen in definierten Prozessen. Diese müssten definiert und analysiert werden, damit überhaupt klar sei, an welchen Stel­len diese sinnvoll zum jetzigen Zeitpunkt digitali­siert werden könnten oder an welchen Punkten rele­vante Daten erhoben werden könnten.

Zum anderen sei ein ausreichender digitaler Reifegrad notwendig, auf dem fortgeschrittene digitale Anwendungen wie KI aufsetzen könnten. Dazu gehörten die Digitalisierung der in der Firma vor­handenen Informationen in Form von Daten, deren Zusammenführung über Abteilungsgrenzen hin­weg sowie ein Verständnis für deren Informationsge­halt und den Mehrwert, der aus der Auswertung dieser Daten entstehe, so das Fazit. (ud)

 

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