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KI und RPA: Banken entdecken Automatisierung als Ertragsbringer  

Banken trieben die Automatisierung von Geschäftsprozessen bereits seit Jahren voran, vorrangig bei vielen internen betrieblichen Abläufen. Jedes fünfte Institut nutze robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA), jedes dritte plane Investitionen bis 2023, so die Studie der Technologieberatung Sopra Steria. Softwareroboter helfen demnach heute unter anderem im IT-Helpdesk beim Zurücksetzen und Erneuern des vergessenen Computerpassworts sowie beim Abgleichen von Listen. Die Mehrheit der Institute in Deutschland halte das Effizienzpotenzial längst nicht für ausgeschöpft. 70 Prozent der befragten Entscheider sähen in der Automatisierung den größten Stellhebel, um Prozesskosten einzusparen, hieß es.

Parallel wolle die Branche die positiven Erfahrungen bei ihren Kunden wiederholen. Die Ziele seien, schneller zu sein als andere Anbieter, Kunden ein besseres Erlebnis zu bieten und damit Erträge zu erzielen. Sofortkredite und Online-Kontoeröffnung seien zwar verbreitet, die Automatisierung endet allerdings häufig nach dem Antrag oder einer Vorabzusage. Das solle sich künftig ändern.

„In den kommenden zwei Jahren werden Banken im Vorteil sein, die ihre IT-Systeme mithilfe von RPA, antrainierten Regeln und einer Datenstrategie mit einer gewissen Entscheidungskompetenz ausstatten – kontrolliert vom Menschen“, erklärte Tobias Keser, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Banking bei der Technologieberatung. Der Experte sieht jedoch das Risiko, dass Banken technologisch zu einseitig agieren: „Um Erträge mit Automatisierung zu erzielen, ist es wichtig, die Disziplinen Data Analytics, RPA und Künstliche Intelligenz zusammen einzusetzen“, so Keser.

Kreditinstitute profitieren von FinTechs
Einige Institute nehmen laut Studie diese komplexe Aufgabe bereits in Angriff. Beispiel Baufinanzierung: Die MünchenerHyp sei Pilotbank bei der Kreditplattform Interhyp, einer Tochter der ING Bank. Die Sparda-Bank Baden-Württemberg kooperiere mit Hypoport. Beide Plattformen arbeiten den Angaben zufolge an einem digitalisierten und automatisierten Prozess für Immobilienkredite, der nicht nur den Antrag, sondern auch die Kreditentscheidung einschließe, hieß es.

Die MünchenerHyp biete ihren Baufinanzierungskunden zudem digitale Selfservices über das Portal meindarlehen.de an. Kunden könnten Adressen im Alleingang ändern, Tilgungssätze anpassen und einen Schuldnerwechsel auslösen. Das Institut habe insgesamt 13 Prozesse definiert, an deren Automatisierung die Bank arbeite. Andere Banken wie die Neobank Penta böten Geschäftskunden zudem automatisierte Buchhaltungsprozesse und eine Anbindung an externe Plattformen wie Datev und Lexoffice.

Die Initiativen zeigen demnach, dass Banken sich verstärkt mit industrialisierten Geschäftsprozessen und Expertise in die Ökosysteme ihrer Kunden integrierten – vor allem im Firmenkundengeschäft. Die Studie bestätigt den Trend: 45 Prozent der befragten Institute hätten eigene Abläufe und Produkte an die Prozesse von Firmenkunden angebunden. 74 Prozent dieser Banken verfolgen demzufolge das Ziel Kreditautomatisierung.

Das Szenario der vollautomatisierten Bank in der Beratung sehe die Mehrheit der Befragten nicht, heiß es weiter. Nur 38 Prozent glaubten, dass künftig immer mehr Kunden komplett automatisierte digitale Beratungsangebote nachfragten. (ud)

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