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Internet der Dinge: Datenverarbeitung mit Cloud-Computing und KI   🎧

Internet der Dinge (Internet of Things oder IoT) ist die Bezeichnung für ein ständig wachsendes Netzwerk, das nicht nur aus Computern, sondern auch und gerade aus Maschinen und Dingen des alltäglichen Lebens besteht. Es verbindet so das digitale und das physische Universum miteinander. Ein kurzer Einblick: Heutzutage enthalten nahezu alle Arten von Geräten Sensoren, ob Alltagsgegenstände wie Kühlschränke, Lautsprecher oder Fernseher, aber auch in großem Umfang Anlagen und Maschinen in der Industrie. Sobald diese, wie heute zunehmend üblich, mit dem Internet verbunden sind, können sie ohne menschliches Zutun interagieren. „Diese Entwicklung dürfte erst am Anfang stehen und in Zukunft ganz neue Geschäftsmodelle eröffnen“, erklärte Stefan Hollidt, Chief Investment Officer bei Santander Asset Management. In seinem Ausblick erörterte er das Wachstumspotenzial der neuen Technologie aus Anlegersicht.

„Laut Statista besaß jeder US-Haushalt bis 2020 im Durchschnitt zehn solcher Geräte – Tendenz stark wachsend. Smartphones, Smart-Watches und intelligente Lautsprecher sind heute für die meisten Menschen alltägliche Begleiter, sie können über unseren Puls genauso Auskunft geben, wie sie helfen Einkaufslisten zu erstellen oder uns bei Bedarf die Nachrichten oder die Wettervorhersage durchgeben“, sagte Hollidt. Neue Autos setzten automatisch im Falle eines schweren Unfalls einen Notruf ab, ebenso wie die Smartwatch im Falle eine Fahrradunfalls. Auch die Vernetzung medizinischer Implantate wie Herzschrittmacher sei heute keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität: „Die möglichen Anwendungen umfassen nahezu alle Lebensbereiche. Schätzungen gehen davon aus, dass es im Jahr 2020 bereits über 20 Milliarden vernetzte Geräte gab,“ so Hollidt.

Die Cloud-Computing-Lösung bietet Kostenvorteile
Jedes IoT-System produziere eine beträchtliche Menge an Daten. Die Cloud-Computing-Lösung sei die effizienteste Möglichkeit, sehr große und auch stark schwankende Datenmengen schnell und nahtlos zu verarbeiten. Sie biete vor allem enorme Kostenvorteile und ermögliche auf on-demand-Basis flexibel auf Rechnerkapazitäten zuzugreifen: „Wenn beispielsweise zahlreiche intelligente Geräte wichtige Gesundheitsdaten an Ärzte in aller Welt übermitteln, entstehen riesige Datenmengen. Es ist kein Wunder, dass nur die Cloud solche Datenmengen effektiv verarbeiten kann. Mehrere bedeutende Innovationsentwicklungen haben das Cloud Computing zu einem der stärksten Treiber des IoT gemacht. Der Cloud-Computing- Markt verzeichnete im Jahr 2020 ein Umsatzvolumen von rund 380 Mrd. US-Dollar bei einer deutlich zweistelligen Wachstumsrate“, betonte Hollidt.

Künstliche Intelligenz hilft bei der einfachen Datenverwaltung und -suche. Dabei kämen die Entwickler auch an Cloud-Technologien nicht vorbei, erklärte Mittelstand Heute: „Doch welche Möglichkeiten bieten KI und Machine Learning (ML) in der Cloud für Unternehmen in der Praxis?“, so die zentrale Fragestellung. Über 70 Prozent der internen Aufgaben würden bis zum Jahr 2025 von Maschinen erledigt werden, so der Future of Jobs Report. Laut Report gingen die befragten Entscheider davon aus, dass Künstliche Intelligenz und Machine Learning wichtige Rollen einnähmen. Diese Technologien benötigten jedoch auch Ressourcen, die skalierbar und schnell verfügbar seien. Die Cloud-Dienste unterstützten diese Verfügbarkeit. Dadurch könnten selbst Unternehmen, die kein umfassendes Know-how über KI- oder ML-Lösungen besäßen, die Technologien implementieren, hieß es.

KI in der Cloud-Plattform
Viele Anbieter von Cloud-Plattformen böten verschiedene Möglichkeiten für den Einsatz von KI- oder ML-Lösungen. Diese ließen sich über die Cloud entwickeln und verwalten. Herkömmliche Cloud-Lösungen bedienten sich dabei an einem Baukastensystem für Firmen. Viele Unternehmen vertrauen demnach ebenso bereits auf Software-Lösungen, die auf einer KI basierten. Ressourcen zur intelligenten Datenspeicherung oder -analyse ließen sich in viele Cloud-Umgebungen mit Hilfe von Infrastrukturdiensten wie Kubernetes integrieren. Viele Cloud-Lösungen böten auch einen integrierten KI-Suchdienst für die großen Datenmengen an. Die Suche nutze KI-Dienste für maschinelles Sehen, Spracherkennung und die individuelle Spracheingabe. Die Nutzer könnten dadurch auch unstrukturierte Informationen von der KI anschaulich darstellen. Der Dienst solle die Suchkomplexität verringern. Anwender könnten durch die Lösung einfacher nach Daten suchen.

Der Einsatz von Cloud Computing böte auch Banken neue Möglichkeiten zur Erschließung innovativer Geschäftsmodelle und zur effizienteren Gestaltung von Arbeitsprozessen, erklärte der Bankenverband. Angesichts des immer schnelleren Wandels von Branchen und Kundenbedürfnissen sei eine flexible und leistungsfähige IT-Infrastruktur essenziell. Sie bilde die technische Grundlage für Innovationen und sollte bedarfsabhängig zur Verfügung stehen. Meist ergäbe sich im Zielbild der IT-Architektur eines Unternehmens ein hybrider Mix aus traditionellen IT-Systemen und Cloud-Anwendungen. Die gezielte Migration der Bankinfrastruktur von lokalen Systemen in die Cloud sei dabei ein wichtiger Baustein, die Wettbewerbsfähigkeit der Bank der Zukunft zu sichern.

Nach Auffassung des Bankenverbands ist die heutige Regulierung noch nicht ausreichend auf den umfassenden Cloud-Einsatz bei Banken ausgelegt. Um das zu ändern, seien insbesondere folgende Anpassungen notwendig: Die Regulierung von Cloud-Auslagerungen sollte auf Grundlage eines risiko-basierten Ansatzes erfolgen. Die Anforderungen für das Reporting an Aufsichtsbehörden sowie an Exit-Strategien müssten europaweit klar und einheitlich sein. Für eine entsprechende Rechtssicherheit bei der Datenverarbeitung im Drittstaat seien weitere Instrumente und Leitlinien des EU-Gesetzgebers notwendig, so der Verband. (ud)

 

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