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Grenzüberschreitende Geschäfte
Banken setzen auf Blockchain-Technologie

Für Marco Polo ist das Vorhaben eine Premiere. Für die Plattform handele es sich um das erste russisch-deutsche Finanzierungsprojekt für Einfuhr- und Ausfuhrgeschäfte, teilten Alfa-Bank und Commerzbank mit.

Ziel des Pilotprojekts sei die Entwicklung einer digitalen End-to-End-Lösung für Trade Finance und Supply Chain Finance – Geschäfte auf einer Blockchain-Plattform. Marco Polo werde den Mitgliedern des Netzwerks eine Reihe von Programmierschnittstellen (API) bereitstellen, die eine direkte Interaktion mit ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning, Softwarelösungen zur Steuerung von Geschäftsprozessen) ermöglichen. Auf diese Weise könnten die internationalen Handelsteilnehmer in einem transparenten und einheitlichen System für die Interaktion mit Geschäftspartnern Zahlungen vornehmen, unwiderrufliche Zahlungsverpflichtungen erstellen und Forderungen diskontieren.

„Projekte wie Marco Polo schaffen für unsere Kunden einen Mehrwert, denn sie stellen für Banken integrierte Zahlungs-, Finanzierungs- und Diskontierungsinstrumente bereit, die den internationalen Handel transparenter und überschaubarer machen“, erklärte Dina Merkulova, Head of Trade Finance, Alfa-Bank. Die aktuellen Einkaufs- und Lieferprozesse von Unternehmen seien zu schwerfällig, da zahlreiche Papierdokumente ausgestellt und ausgetauscht werden müssten. Gleichzeitig seien die Instrumente für Bankgeschäfte nicht in die Geschäftsprozesse der Kunden integriert. Mit dem auf dem Software Framework R3 Corda basierenden Marco Polo-Netzwerk könne die Alfa-Bank Kunden ein breites Lösungsspektrum für die Finanzierung bieten, hieß es.

„Wir gehen davon aus, dass Marco Polo eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Teilnehmern internationaler Handelsgeschäfte und einen flexiblen Zugang zu Instrumenten der Betriebsmittelfinanzierung ermöglichen wird“, betonte Anna Sokolova, Director for Treasury, NLMK. Enno-Burghard Weitzel, Global Head of Trade Finance Products, Commerzbank, erläuterte: „Dieses neue Instrument, das auf der digitalen Verarbeitung und dem Abgleich von Handelsdaten im Marco Polo-Netzwerk basiert, bietet eine digitale Lösung für die wachsende Nachfrage unserer Kunden nach schnelleren und transparenteren Transaktionen.“

Christian Greving, Cash Coordinator Treasury, Vesuvius GmbH, ergänzte: „Integrierte Working Capital-Lösungen die im direkten Zusammenhang mit dem Vertrag und den ausgestellten Rechnungen und Frachtpapieren stehen, kommen zweifellos allen Parteien zugute“. (ud)

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