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Gesprächssystem: Forscher entwickeln empathische KI

„Kommunikation auf Augenhöhe erfordert Äußerungen, die sich aufeinander beziehen, so wie sie in Dialogen zwischen Menschen stattfinden. Kommerzielle Sprachsysteme wie Alexa und Siri verstehen bisher nur Befehle und einfache Anfragen. Aktiv zuhören und Wertschätzung vermitteln können sie nicht“, erklärte Prof. Dr. Anja Richert vom Cologne Cobots Lab der TH Köln. Das Forschungsprojekt unter ihrer Leitung habe sich daher zum Ziel gesetzt, eine sozioempathische, multilinguale und natürlich-sprachliche Conversational AI zu entwickeln, die KundInnen serviceorientiert helfe, teilte die TH Köln mit. 

Dieses KI-basierte Gesprächssystem solle unter anderem im Dienstleistungsbereich Informationen nutzer- und kontextabhängig bereitstellen und im individuellen Dialog Lösungen generieren. Ausgangspunkt sei das bereits bestehende System der Deutschen Bahn SEMMI (Sozio-Empathische-Mensch-Maschine-Interaktion), das das Unternehmen mithilfe eines Roboterkopfs schon am Hauptbahnhof in Berlin oder an der Tokiyo Station getestet habe. Die Technologie soll den Angaben zufolge vor allem hinsichtlich sozioempathischer Eigenschaften weiterentwickelt werden. 


Beziehung zum Gesprächssystem 
Bei der Interaktion solle eine Art Beziehung zwischen Mensch und Maschine entstehen. Die WissenschaftlerInnen gehen demnach der Frage nach, was passieren müsse, um Menschen zur Interaktion mit einem System zu veranlassen und welche Voraussetzungen für den der Aufbau psychologischer Nähe erfüllt sein müssten. Gleichzeitig werde untersucht, wie das System Emotionen der NutzerInnen, etwa einen gestressten oder entspannten Zustand, erkennen und adäquat darauf reagieren könne, hieß es. Das System werde für verschiedene Einsatzmöglichkeiten gestaltet: als Roboter sowie als digitaler Avatar, der etwa in einem ortsfesten Auskunftssystem oder in einer Smartphone-App einsetzbar sei. 

Auch Einflussfaktoren wie Fehler im Dialog sowie interkulturelle Aspekte sollten berücksichtigt werden. „Es soll ein richtiges Gespräch entstehen. Erst durch die integrative Erforschung kann eine ganzheitliche Lösung für ein Multi-Turn-Dialogsystem, also einem abwechselnden Austausch zwischen Mensch und Maschine, erreicht werden“, sagte Richert. 

Das Projekt „Sozioempathische Künstliche Intelligenz basierte Dialoge“, kurz SKILLED, werde mit rund 3 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und habe eine Laufzeit von viereinhalb Jahren, hieß es. (ud)

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