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Gerhard Seybert/Adobe Stock

Einsatz digitaler Technologien: Firmen wollen auf KI als Schwerpunkt setzen

In einer Selbsteinschätzung zum Stand der Digitalisierung auf einer Notenskala von 1 (voll entwickelt) bis 6 (wenig entwickelt) sähen sich die Betriebe im Durchschnitt bei 2,9 Notenpunkten. Dies sei eine leichte Verbesserung gegenüber der Vorumfrage im Jahr 2017 (Notendurchschnitt 3,1) – ein großer Digitalisierungssprung bleibe somit aus, so eine Befragung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK). Die leichte Verbesserung der Gesamtnote basiere insbesondere darauf, dass sich Unternehmen vermehrt als stärker digitalisiert sähen. So bewerten den Angaben zufolge 39 Prozent aller Betriebe ihren digitalen Reifegrad als voll entwickelt (Note 1) oder nahezu voll entwickelt (Note 2), das seien deutlich mehr als im Jahr 2017 (damals: 27 Prozent). Die Hälfte der befragten Firmen sehe sich nunmehr im Mittelfeld (Note 3 oder 4) positioniert – 2017 waren es demnach noch 60 Prozent. 11 Prozent der Unternehmen weisen der eigenen Einschätzung nach einen niedrigen digitalen Reifegrad auf (Note 5 oder 6), hieß es.

Digitaler Vorreiter sei – wie bereits bei der Vorumfrage – die Branche Information und Kommunikation (Durchschnittsnote 2,1). Hier stuften sich 75 Prozent der Betriebe als voll oder nahezu voll digitalisiert ein. Die Finanzwirtschaft (auf Rang 2 im Branchenvergleich) schätze sich deutlich besser gegenüber der Vorumfrage ein (2,6 gegenüber 3,1). Knapp die Hälfte der Finanzunternehmen (gegenüber 21 Prozent im Jahr 2017) bewerte ihren Digitalisierungsstand als voll oder nahezu voll entwickelt. An dritter Stelle stünden im Branchenvergleich die sonstigen Dienstleister wie z.B. Eventagenturen oder Lieferdienste, deren Selbsteinschätzung (Note 2,9) dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft entspreche.

Sondereffekt Covid-19
Die Corona-Krise habe die Bedeutung der Digitalisierung nochmals stärker in den Fokus gerückt, so ein weiteres Ergebnis der Befragung. So gäben etwa 44 Prozent der Unternehmen die gestiegene Notwendigkeit durch Covid-19 als eines der Hauptgründe für die Digitalisierung in ihrem Unternehmen an. Besonders häufig werde dieses Motiv von Betrieben aus der Finanzwirtschaft (57 Prozent), dem Dienstleistungssektor (48 Prozent) und der Industrie (45 Prozent) genannt.

Ein bedeutender Teil der Unternehmen beabsichtige, in den nächsten drei Jahren digitale Technologien zum Einsatz zu bringen, wobei sich Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain als Schwerpunkte abzeichneten: 27 Prozent der Firmen planten den Einsatz von KI, 26 Prozent von Blockchain. Je nach Unternehmensgröße zeigten sich beim Einsatz der Technologien deutliche Unterschiede. So setze von den Großunternehmen (>1000 Mitarbeiter) ein Drittel KI ein, bei den kleinen Firmen (< 10 Mitarbeiter) sei es nur etwa jeder zehnte Betrieb. (ud)

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