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Deep Fakes: Gefahr für AnlegerInnen an den Kapitalmärkten   

Deep Fakes könnten das Konzept der Realität systematisch aushebeln und zur Desinformation und gezielten Manipulation der öffentlichen Meinung eingesetzt werden, teilte das FERI Cognitive Finance Institute mit: „Die Deep-Fake-Technologie verfügt in unserer multimedial vernetzten Welt über enormes destruktives Potenzial und hat speziell in liberalen Demokratien eine gefährliche politische und gesellschaftliche Dimension, die nicht unterschätzt werden darf“, erklärte Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des Forschungszentrums, das in einer Analyse Hintergründe und Gefahren medialer Manipulation durch KI-Techniken beschreibt.

Die Verständigung darüber, was real sei, setzt demnach voraus, dass es objektive Belege gebe, mit deren Hilfe sich Informationen zweifelsfrei identifizieren und verifizieren ließen, so die Untersuchung. Dabei spiele das Kriterium der Sichtbarkeit eine besondere Rolle: Als wahr gelte, was mit den eigenen Augen gesehen werde. Deep Fakes missbrauchten diese visuelle Kredibilität, indem sie eine eigene, täuschend echt wirkende virtuelle Realität schafften, die als authentisch wahrgenommen und weiterverbreitet würde, hieß es.

„Beispiele dafür sind etwa Videoaufnahmen von Politikern oder prominenten Persönlichkeiten, deren Äußerungen und Mimik digital so umgestaltet werden, dass der ursprüngliche Sinn der Botschaften entstellt oder sogar ins Gegenteil verkehrt wird. Damit ist der absichtlichen Täuschung Tür und Tor geöffnet“, warnte Rapp. Da Deep Fakes aufgrund ihrer technisch hohen Qualität für den normalen Betrachter kaum erkennbar und digitale Fälschungen oft selbst mit modernsten Mitteln nicht mehr nachweisbar seien, würde das Vertrauen in die Legitimität und Authentizität von visuellen Informationen unterminiert.

„Politik und Wirtschaft können gezielt manipuliert werden“
Damit wirkten Deep Fakes in zwei Richtungen: Gefälschte Aufnahmen könnten für echt gehalten und – womöglich noch gefährlicher – echte Aufnahmen für gefälscht gehalten werden: „Politik und Wirtschaft, kritische Medien oder gesellschaftliche Gruppen können auf diese Weise gezielt diskreditiert, manipuliert und ‚gelenkt‘ werden – ebenso wie die breite Öffentlichkeit“, sagte Rapp.

Aufgrund rapider Fortschritte speziell im Bereich der KI werde das Potential von Deep Fakes rapide zunehmen und schon in naher Zukunft eine völlig neue Dimension digitaler Datenmanipulation hervorbringen, führte der Experte aus. Ein weiterer Beschleunigungsfaktor sei die hohe Durchdringung moderner Gesellschaften mit digitalen sozialen Medien, was speziell Videos eine enorme – meist sogar globale – Verbreitung ermögliche. Die Verknüpfung von politischer Skrupellosigkeit, manipulierten Bildern und massiver Reichweite sozialer Medien schaffe dann den perfekten Nährboden für ein chaotisches System alternativer Realitäten, die parallel und gleichrangig zur wahren Realität existieren könnten.

„Darin liegt eine sehr ernste Herausforderung, die in Zukunft nicht nur Nachrichtenredaktionen und AnlegerInnen an den Kapitalmärkten schlaflose Nächte bereiten wird, sondern auch die Arbeit von Regierungen oder den Zusammenhalt ganzer Gesellschaften gefährden kann“, lautete Rapps Fazit. Erhöhte Transparenz zum Phänomen der Deep Fakes sowie ein gezieltes Problemverständnis auf der Ebene von Politik und Öffentlichkeit seien daher dringend geboten. (ud)

 

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