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Cyber Security: So reagieren Finanzdienstleister auf die Bedrohungslage   🎧

Der Run auf die Cloud ist offenbar auch bei Finanzdienstleistern in vollem Gange. „Kaum eine Bank oder Versicherung, die sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage unter 100 Branchenexperten, die KPMG gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Lünendonk durchgeführt hat. Ihr Ergebnis: 95 Prozent der untersuchten Finanzdienstleister werden bis zum Jahr 2023 eine Cloud-Strategie ausgerollt haben“, erklärte Christian Nern, Partner bei der  Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Bereich Financial Services in München.

Dies sei ein begrüßenswerter Fortschritt in Sachen Digitalisierung, doch mit der Cloud allein seien die Finanzdienstleister noch lange nicht am Ziel, so Nern. Trotz der verbreiteten Nutzung von Ökosystemen, Cloud Services und Drittanbietern endeten die Sicherheitsvorkehrungen bei 46 Prozent der Finanzdienstleister noch immer an den eigenen Unternehmensgrenzen. Nern sagte: „Die daraus entstehenden Lücken im Cyber-Schutzschild ermöglichen den Angreifern ein leichtes Spiel. Dennoch überprüfen lediglich 25 Prozent der befragten Unternehmen regelmäßig den Sicherheitsstatus ihrer IT-Systeme.“

Ähnliche Rückstände gebe es auch bei der Berücksichtigung von Security-by-Design-Ansätzen, die nur 44 Prozent der Befragten bei der Entwicklung ihrer Produkte mit einbezögen. Dabei würden sie eigentlich einen attraktiven Hebel darstellen, um die hohen Vorgaben der Aufsicht zu erfüllen. Grund für diese Vorgaben sind Nerm zufolge die sensiblen Kundendaten der Finanzdienstleister sowie ihre kritische Infrastruktur, die immer häufiger ins Fadenkreuz der Angreifer gerate. Dabei setzten die Hacker zunehmend auf immer professionelle cyber-kriminelle Erpressungsmethoden, weshalb die Bedrohungslage laut aktuellem Bericht des Bundesamts für Informationssicherheit „angespannt und kritisch“ sei.

Umdenken unter Finanzdienstleistern
Vor diesem Hintergrund sei es umso erfreulicher, dass sich laut der aktuellen Studie bereits ein erstes Umdenken unter Finanzdienstleistern abzeichne. Demnach planen alle befragten Unternehmen ihre Budgets für IT-Sicherheit mindestens auf dem gleichen Niveau zu halten wie im Vorjahr. Weiter visierten viele Finanzdienstleister Budget-Steigerungen von bis zu 10 Prozent in den Bereichen Früherkennung (74 Prozent) und Prävention (mehr als drei Viertel) an, erklärte Nern. Auch in den Bereichen Detection, Response und Recovery würden die Budgets in mehr als 50 Prozent der Fälle erhöht. Gleichzeitig reife im Top Management von immer mehr Firmen die Erkenntnis, dass die Bedrohung durch Cyber-Angriffe sehr hoch sei.

Unternehmen erhöhen ihre Investitionen in KI-Systeme zum Schutz vor der nächsten Generation von Cyber-Angriffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Capgemini Research Institute. In der Untersuchung wurden 850 Führungskräfte aus den Bereichen IT-Informationssicherheit, Cyber-Sicherheit und IT-Betrieb in zehn Ländern befragt – 12 Prozent davon in Deutschland. Rund zwei Drittel der Firmen glauben demnach, ohne KI nicht in der Lage zu sein, auf kritische Bedrohungen zu reagieren. Durch die Fortschritte in Dialogschnittstellen-Technologien erhöhe sich die Anzahl der Endgeräte, Netzwerke und Benutzeroberflächen – und somit die Anzahl der potenziellen Einfallstore für Angreifer, hieß es. (ud)

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