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Commerzbank und Telekom vernetzen Lieferketten und Zahlungen digital   

Abhilfe wollen an dieser Stelle die Commerzbank und die Deutsche Telekom schaffen und entwickeln fortan gemeinsam Projekte im Bereich digitaler Industrielösungen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI), dem Internet der Dinge (IoT), der Blockchain-Technologie, Sensorik und gestützt durch 5G-Technologie werden dabei beispielsweise durchgängig automatisierte Lieferketten mit integrierten Finanzdienstleistungen verknüpft. Das führt auf der physischen Seite zu effizienteren und stabileren Lieferwegen und einem intelligenten Lagermanagement, und verhilft andererseits zu einer verbesserten Liquidität Dank integrierten Finanzservices.

So können beispielsweise Sensoren an Paletten und anderen Ladeträgern helfen, automatisiert über Ortungstechnik die Bewegungen von Ware entlang von Lieferketten sowohl beim Transport zwischen Lieferanten und Produzenten (Interlogistik) als auch innerhalb einer Produktionsstätte (Intralogistik) ermitteln. Auf Basis dieses Datenfundaments kann sich die Bank dann künftig digital mit Produzenten, Lieferanten und Transporteuren austauschen. „So lassen sich Bestellungen oder Zahlungen auslösen oder automatisch bestimmte Finanzdienstleistungen wie Working Capital-Optimierung, Lieferanten-Finanzierungen oder Risikoabsicherung beauftragen“, erläutert die Commerzbank zum Hintergrund. „Technologie-Standards und Referenz-Architekturen gewährleisten dabei einen sicheren und souveränen Datenaustausch zwischen allen Parteien. Finanztransaktionen werden auf Basis von Blockchain-Technologie durchgeführt. Dabei bilden sogenannte ‚Smart Contracts‘, also intelligente elektronische Verträge, die Grundlage. In ihnen wird festgelegt, welche Finanztransaktionen bei definierten Bedingungen, sogenannten Triggern, ausgelöst werden.“

Mit einem Pilotkunden aus der Logistikbranche werden T-Systems und Commerzbank nun die neue Digital-Lösung in einem auf die Dauer von sechs Monaten angelegten Test ausführlich erproben. Dabei wird die Infrastruktur des Werner-von-Siemens Centre in Berlin genutzt

 

Skalierbare Lösung für die Lieferketten der Industrie 4.0
„Unternehmen brauchen Technologien wie 5G, IoT oder die Cloud, um digitale Informationen mit jedem in der Lieferkette weltweit auszutauschen. In der Zusammenarbeit mit der Commerzbank bringen wir die Technologie- mit der Finanzwelt zusammen, um alle Aspekte einer Lieferkette – vom Einkauf, Rechnungsstellung über die Logistik bis hin zu den Zahlungen – zu digitalisieren“, sagte Urs M. Krämer vom T-Systems Vertrieb. „Lieferketten werden sich durch digitale Vernetzung und integrierte Zahlungen rasant verändern“, erläuterte Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz, COO der Commerzbank. Die Bank arbeite mit T-Systems an skalierbaren Lösungen für effiziente, resiliente und produktive Lieferketten.


Unterstützt wird die Commerzbank dabei auch vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. „Durch die Integration der Blockchain-basierten Lösung, die wir gemeinsam mit der Commerzbank im Rahmen des Trade Finance Innovations Lab entwickeln, sind die Partner zukünftig in der Lage, physische und finanzielle Lieferketten miteinander zu verknüpfen, um eine wirtschaftliche End-to-End-Automatisierung in Supply Chains zu erzielen“, sagte Institutsleiter Prof. Michael Henke. Die Kooperation setze bewusst auf ein offenes Ökosystem, um Anbindungen an Open-Source-Infrastrukturen zu ermöglichen, wie zum Beispiel die Silicon Economy des Fraunhofer-Instituts, die International Data Spaces Association oder auch das europäische Projekt Gaia-X.  (kra)

 

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