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Banken und Finanzdienstleister
Algorithmen prüfen Kreditausfallrisiko

Seit der Finanzkrise boomt das Geschäft mit Krediten. Mithilfe niedriger Zinsen wollen die Notenbanken die Institute dazu bewegen, möglichst viele Kredite an Privatleute und Firmen zu vergeben, um die Konjunktur zu beflügeln. Einer aktuellen Bundesbankstatistik zufolge lag die Summe der gesamten Privatkredite in Deutschland Ende letzten Jahres bei knapp 1,2 Bio. Euro. Das entspreche einem Zuwachs von mehr als 200 Mrd. Euro seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Auch das Volumen der an Firmen und Selbstständige vergebenen Kredite sei deutlich gestiegen. Hier habe das Plus bei fast 150 Mrd. Euro gelegen.

Das Kreditgeschäft ist für Banken zwar nach wie vor ein zentrales Geschäftsfeld. Zugleich ist es aber auch mit hohen Risiken verbunden. Das gilt vor allem für die Vergabe von Darlehen an Firmen, da es hier oft um beträchtliche Summen geht. Um nicht auf Verlusten sitzenzubleiben, müssen Banken und Finanzdienstleister das Ausfallrisiko von Krediten für Unternehmenskunden abschätzen. Hierbei kommen die Algorithmen Künstlicher Intelligenz (KI) zum Einsatz – etwa die KI-basierte Intelligent-Automation-Plattform des Software-Unternehmens Actico. In der aktuellen Version setzt die Firma eigenen Angaben zufolge eine zentrale Anforderung des Markts um, indem es den Machine-Learning-Teil der Lösung ebenfalls revisionssicher mache. Die KI sei in der Lage, den Entscheidungsweg zu erklären und die Entscheidung somit zu begründen, was bei KI-Systemen nicht selbstverständlich sei.

Parameter wie Zahlungsverhalten und Marktposition fließen mit ein

In die Einschätzung des Kreditausfallrisikos durch die ML-Lösung flössen Parameter wie das Zahlungsverhalten, die Marktposition, die Branche, der Kundenstamm der Firma und Konjunkturdaten mit ein. Ein weiteres Anwendungsgebiet sei Werbung für bestimmte Verbrauchergruppen. Kunden einer Online-Bank werde etwa beim Besuch der Web-Seite ihres Instituts nur Werbung für Finanzprodukte und Services angezeigt, die für sie relevant sei. Zudem lasse sich die Plattform dazu verwenden, um betrügerischen Machenschaften beim Online-Banking und im Internethandel Einhalt zu gebieten. Das System erkenne schneller und präziser als menschliche Mitarbeiter, ob eine Transaktion korrekt ablaufe.

Wie stark die Digitalisierung die Finanzbranche bereits ändert, legte kürzlich eine weltweite CEO-Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC dar. Darin erklärten den Angaben zufolge 77 Prozent der CEOs von Banken, dass die Digitalisierung in den letzten fünf Jahren bereits eine wesentliche Triebfeder für Veränderungen im Bankgeschäft gewesen sei. Laut einer Umfrage des Center for Financial Studies besitzt die neue Technologie das Potenzial, Finanzprozesse verändern zu können. Entsprechend eindeutig (90 Prozent) erwarte die deutsche Finanzbranche, dass KI-Technologien zukünftig zu einem der Kernthemen der Finanzindustrie zählen würden. (ud)

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