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Assistenzsystem: Mit KI gesünder entscheiden

Wie muss ein intelligentes Assistenzsystem gestaltet sein, damit möglichst viele Menschen es für die alltägliche Verbesserung ihrer Gesundheit nutzen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Verbundprojekts „Erweiterte Gesundheitsintelligenz für persönliche Verhaltensstrategien im Alltag“ (Eghi), das soeben gestartet ist. Mit dabei sei die Arbeitsgruppe Mensch-Computer Interaktion der Universität Duisburg-Essen (UDE), teilte die Hochschule am Montag mit.

Wissenschaftler des Softwaretechnik-Instituts paluno an der UDE entwickeln den Angaben zufolge gemeinsam mit ihren Projektpartnern ein lernendes Assistenzsystem, das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiert und Menschen bei einem gesunden Alltagsverhalten hilft. Das Assistenzsystem solle personalisierte Verhaltensempfehlungen, wie Bewegungsanreize oder Hinweise zur Reduktion von Gesundheitsrisiken geben, die einen direkten Bezug zur aktuellen Situation hätten und leicht umzusetzen seien. So könnte das System etwa einer Nutzerin, von der es gelernt habe, dass sie gerne spazieren gehe, empfehlen, zu einer Verabredung zu Fuß zu gehen, wenn die Zeit und das Wetter es zuließen, hieß es.


Multidisziplinärer Forschungsansatz
Bei der Umsetzung setze das Projekt auf das Konzept der erweiterten Intelligenz, was bedeute, dass KI und das menschliche Urteilsvermögen zusammenarbeiten, um richtige, in diesem Fall gesunde, Entscheidungen zu treffen. Dazu verfolge das Projektteam einen multidisziplinären Forschungsansatz und verknüpfe KI-Methoden mit Methoden der Verhaltensmodellierung und Konzepten zur Mensch-Technik-Interaktion, so die Hochschule.

Im ersten Schritt wollten die Forscher die Aktivitäten und Verhaltensmuster der Nutzer mit Sensoren beobachten und so einen gemeinsamen Erfahrungsschatz von Mensch und Technik aufbauen. Anschließend sollten die Nutzerdaten mit Hilfe von KI so verdichtet werden, dass personalisierte Handlungsempfehlungen abgeleitet werden könnten. Weil diese Empfehlungen einen unmittelbaren Bezug zu Erlebnissen und der aktuellen Situation hätten, seien sie für die Nutzer leicht umsetzbar und verständlich – so die Erwartung der Forscher. Die paluno-Arbeitsgruppe untersuche in diesem Zusammenhang verschiedene Arten der Interaktion (visuell, auditiv, vibro-taktil) mit unterschiedlichen Medien wie Smartphones, Wearables am Handgelenk, smarte Brillen oder smarte Kleidung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördere das Projekt im Rahmen des Förderschwerpunkts „Adaptive Technologien für die Gesellschaft – Intelligentes Zusammenwirken von Mensch und Künstlicher Intelligenz“ mit rund 1,8 Mio. Euro für eine Laufzeit von drei Jahren, erklärte die Uni. (ud)

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