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Angst vor Scheitern der Digitalisierung: Banken fürchten weniger Marktanteile   

Die Institute müssten ihr Produktportfolio dringend modernisieren. 58 Prozent der befragten BankmanagerInnen erwarten den Angaben zufolge, dass ihr Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren gänzlich vom Markt verschwinden werde, wenn sich ihre Geschäftsmodelle nicht änderten. Für die EMEA-Region liege dieser Wert mit 60 Prozent sogar noch ein wenig höher, so die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der Cloud-Banking-Plattform Mambu.

Anton Langbroek, Geschäftsführer der DACH-Region bei dem Unternehmen, erläuterte: „Die Forschung zeigt, wie unterschiedlich der Bankensektor bei der digitalen Transformation vorgeht. Während das Privatkundengeschäft nur langsam auf die rasanten Veränderungen im Verbraucherverhalten reagiert hat, die durch die Pandemie ausgelöst wurden, gibt es eine aufstrebende Kohorte digitaler Vorreiter, die sich gegen diesen Trend stemmt. Mehr noch: Diese vorausschauenden Akteure können digitalen Nachzüglern dabei helfen, ihre Transformation voranzutreiben, indem sie der Branche eine Richtschnur vorgeben und gleichzeitig den Business Case für einen kundenzentrierten Ansatz demonstrieren.“

Amazon und Google auf dem Vormarsch
74 Prozent der Befragten weltweit und 71 Prozent in EMEA sagen laut Studie voraus, dass Technologiegiganten wie Amazon und Google bereits in den nächsten fünf Jahren den größten Marktanteil im Bankensektor erobern würden. Banken müssten daher jetzt verstärkt in ihr digitales Dienstleistungsangebot investieren, hieß es.

Zwei Fünftel (40 Prozent) planten, nach der Coronavirus-Pandemie auf ein modernes plattformbasiertes System umzusteigen und mit Drittanbietern zusammenarbeiten, um Plug-and-Play-Bankdienstleistungen zu entwickeln, die auf flexiblen, unabhängigen Systemen liefen. Die Umstellung auf eine moderne, plattformbasierte Struktur in Verbindung mit Investitionen in Datenkapazitäten seien Schlüsselfaktoren, mit denen sich digital hochentwickelte Unternehmen vom Rest des Bankensektors abheben könnten, hieß es.

Mehr als vier Fünftel (81 Prozent) der Führungskräfte im Privatkundengeschäft stimmen laut Studie ausdrücklich zu, dass veraltete Denkweisen durch eine progressive soziale Zielsetzung ersetzt werden müsse, um eine nachhaltige Wachstumsstrategie zu gewährleisten. Dies zeige sich unter anderem darin, dass Gewinne auf der Prioritätenliste der Banken nach unten gerutscht seien und Ertragssteigerungen nur noch als fünfwichtigster Nutzen bei einer Umstellung auf ein kundenorientiertes Banking-Modell eingestuft würden.      

Fast 25 Prozent der EntscheidungsträgerInnen im Bankenwesen bezeichneten ihre digitale Strategie als „im Entstehen“ oder „explorativ“. Die Hälfte der Befragten (53 Prozent) habe zudem erkannt, möglicherweise ihre Ziele bei der digitalen Transformation zu verfehlen. Außerdem zeige sich, dass Banken Investitionen in neue Technologien gegenüber offen seien. So wollten Geldhäuser in der EMEA-Region deutlich ihre Ausgaben in den Bereichen Big Data (25 Prozent), Künstliche Intelligenz (KI) (36 Prozent) und Blockchain (19 Prozent) erhöhen.

Noch Luft nach oben
Der internationale Vergleich zeige allerdings, dass auch hier noch Luft nach oben sei, heiß es weiter. In Asien-Pazifik wollten 40 Prozent der Banken ihre Ausgaben im Bereich Big Data erhöhen. Blockchain-Investitionen seien bei 30 Prozent der nordamerikanischen Banken vorgesehen, und 50 Prozent der Institute in Lateinamerika wollten vermehrt in KI investieren.

Die Studienergebnisse verdeutlichen demnach, dass die Branche stärker zusammenarbeiten müsse. „Sie zeigen aber auch, welche Chancen sich zukunftsorientierten Unternehmen bieten, die mit Hilfe von FinTech-Ökosystemen innovative Wege beschreiten“, so das Fazit. (ud)

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