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Studie: Unternehmen fordern gesetzliche Regeln für KI

87 Prozent seien der Meinung, dass KI-Anwendungen in Abhängigkeit von ihrem Risiko reguliert werden sollten. 84 Prozent wünschten sich, dass Produkte und Anwendungen mit KI für die Nutzer klar gekennzeichnet werden. Das sind die Ergebnisse einer Studie im Auftrag des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie der Digitalisierung mit enormen Chancen, die aber einen gesetzlichen Rahmen braucht“, erklärte der Präsident des Verbands Dr. Dirk Stenkamp. „KI-Anwendungen sollten bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen, wenn bei ihrer Nutzung die Gesundheit von Menschen oder ihre elementaren Grundrechte wie Privatsphäre oder Gleichberechtigung in Gefahr sind.“ Risiken bestünden etwa bei automatisierten Fahrzeugen, medizinischen Diagnosen oder der Personalauswahl. 

Laut der Studie nutzen derzeit erst 11 Prozent der Unternehmen KI-Anwendungen. Weitere 4 Prozent planen demnach die Nutzung und 15 Prozent diskutierten darüber. Als Hemmnisse für einen (stärkeren) Einsatz nennen die Befragten neben fehlenden Anwendungen (50 Prozent) unter anderem rechtliche Unsicherheiten (42 Prozent), Sorge vor Datenschutzproblemen (41 Prozent), einen Mangel an Know-how bzw. Fachkräften (41 Prozent) oder auch Sicherheitsbedenken (27 Prozent). 

Der Umfrage zufolge empfinden 82 Prozent der befragten Geschäftsführer und IT-Verantwortlichen etwas Positives oder sehr Positives, wenn sie an Künstliche Intelligenz denken. Eine große Mehrheit (78 Prozent) sei außerdem davon überzeugt, dass ihnen der KI-Einsatz entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen könne. Unter den KI-Nutzern setze gut jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) die Technologie für innerbetriebliche Zwecke ein. 29 Prozent verwendeten KI in ihren Produkten und Dienstleistungen, um diese mit zusätzlichen Funktionen auszustatten oder in anderer Form zu verbessern. 23 Prozent machten beides. 

Vielfältige Anwendungsgebiete
„Die Anwendungsgebiete von KI-Systemen sind sehr vielfältig und ziehen sich durch sämtliche Unternehmensbereiche“, so Stenkamp. So verwenden laut Studie 45 Prozent der KI-Nutzer die Technologie in der IT (z.B. im Netzwerkmanagement), 39 Prozent im Kundenservice (z.B. als Chatbots), 30 Prozent im Marketing (z.B. für Hypertargeting), 27 Prozent in der Produktion (z.B. Roboter und Cobots) oder 22 Prozent in der Entwicklung (z.B. für Simulationen).

Wie es weiter hieß, rechneten die befragten Unternehmen damit, dass der breite Einsatz von KI zu strukturellen Umbrüchen führen werde. 80 Prozent erwarten demnach große oder sehr große Veränderungen in der Wirtschaft insgesamt, 40 Prozent in ihrer Branche und 31 Prozent in ihrem eigenen Unternehmen. Vor allem die Arbeitswelt könnte Künstliche Intelligenz revolutionieren: 77 Prozent der Unternehmen seien der Meinung, dass sich Jobprofile und berufliche Tätigkeiten durch den Einsatz von KI stark verändern würden. Vier von fünf Befragten (80 Prozent) erwarteten, dass KI-Systeme die meisten Routineaufgaben übernehmen werden. Gleichzeitig glauben den Angaben zufolge fast ebenso viele (78 Prozent), dass KI-Anwendungen den Menschen in der Regel nicht ersetzen, sondern ihn unterstützen würden. 

Eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen (52 Prozent) erwarte, dass der Einsatz von KI zum Abbau sehr vieler Arbeitsplätze führen werde. Allerdings gingen auch 45 Prozent davon aus, dass die Technologie viele neue Jobs schaffen werde. Stenkamp: „Eine breite Anwendung von Künstlicher Intelligenz wird einen Strukturwandel auslösen, den Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften und andere gemeinsam gestalten müssen.“ (ud)

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