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Studie: KI wird Arbeitswelt besonders stark verändern

Dies betreffe vor allem die Dimensionen Beurteilungsprozesse, Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen und Sinnstiftung, so eine gemeinsame Studie der Bertelsmann Stiftung und des Münchener Kreises, einem Verein, der sich mit Fragen der Technologie und Regulierung im Bereich der Informationstechniken beschäftigt. In der Studie wurden mehr als 500 Experten zu ihren Einschätzungen bezüglich der künftigen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz befragt.

Insgesamt sprächen die Ergebnisse der Studie eine deutlich positive, optimistische Sprache, erklärte die Stiftung. In der Wahrnehmung der befragten Personen wandele sich die Diskussion über Künstliche Intelligenz mehr und mehr weg von der rein technischen Betrachtungsweise hin zu einer Nutzer- und Gemeinwohlorientierung und ganzheitlichen Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten, hieß es.


Vertrauen in menschliche Leistungsfähigkeit unangefochten
In der Interaktion zwischen Mensch und Maschine richten die Unternehmen den Angaben zufolge weiterhin den Fokus auf die menschlichen Kompetenzen und entwickelten diese zielgerichtet weiter. Dies zeige, dass das Vertrauen in die menschliche Leistungs- und Entwicklungsfähigkeit weiter unangefochten sei. Sowohl für die Wirtschaft (87 Prozent) als auch für die Gesellschaft (76 Prozent) sähen die Befragungsteilnehmer hier positive Tendenzen. 83 Prozent der Experten schätzen demnach, dass die menschliche Arbeitsleistung kurz- bis mittelfristig transparenter und damit kontrollierbarer werde. Ihrer Meinung nach profitiere davon aber eher einseitig die Wirtschaft als die Arbeitnehmer.

Für die Fachleute sei schwer vorstellbar, dass der Mensch ohne KI beziehungsweise personalisierte Assistenten nicht mehr arbeitsfähig sein werde. Hier herrsche Skepsis und die Experten erwarten demnach, dass dieses Szenario eher langfristig nach 2035 eintreten werde. 15 Prozent meinten sogar, dass dies nie der Fall sein werde – und falls doch, dann habe dies eher positive Auswirkungen auf die Wirtschaft als auf die Gesellschaft, hieß es.

Weitgehend einig seien sich die Experten hingegen bei der Frage, ob der Einsatz von KI die Aufgabenbereiche des Managements verschieben werde: 76 Prozent meinten, dass KI administrative Aufgabenbereiche wie Aufgabenplanung, Zielerreichung und Kontrolle übernehmen werde. Da KI-Technologien künftig in Unternehmen einen Großteil der Entscheidungen vorbereiten würden, sei das Management hauptsächlich für Personalführung, Motivation und Kreativleistungen verantwortlich. 80 Prozent der Experten erwarteten dadurch sogar positive Effekte für die Wirtschaft, so die Einschätzung. (ud)
 

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