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Studie: Firmen erkennen KI-Nachholbedarf

Die Gründe dafür seien vielfältig, hieß es. Immerhin 38 Prozent führen demnach Widerstände gegen KI im eigenen Unternehmen an, und 52 Prozent seien davon überzeugt, dass gesetzliche Rahmenbedingungen den gewinnbringenden Einsatz verhinderten. Das geht aus einer Befragung des Beratungsunternehmens adesso und der Marktforschungsagentur heute & morgen unter Unternehmensentscheidern und Verbrauchern in der D-A-CH-Region hervor. 

Die Mehrheit der Firmen schöpfe die Potenziale von KI bislang nicht aus – aber viele wollen laut der Studie jetzt in neue Mitarbeitende, Weiterbildung oder externe Berater investieren, um sich Know-how an Bord zu holen. Gerade das Gewinnen qualifizierter Kräfte werde jedoch angesichts des Fachkräftemangels zu einer herausfordernden Aufgabe. Entsprechend sei das Topmanagement gefragt. Und das werde seiner Vorbildfunktion gerecht, indem es sich hinter KI-Themen stelle und sie vorantreibe (66 Prozent). Die Gründe für die Anstrengungen der Unternehmen liegen demnach auf der Hand: 81 Prozent seien davon überzeugt, dass ein Investment mittelfristig für Wettbewerbsvorteile sorge und einen großen Einfluss auf das eigene Geschäftsmodell habe. 72 Prozent hielten KI unverzichtbar für Produktinnovationen.


Möglichkeiten, soweit das Auge reicht
Der Anteil der Firmen, die KI-Projekte bereits umgesetzt hätten, halte sich quer durch alle abgefragten Einsatzszenarien in Grenzen, hieß es weiter. Am weitesten verbreitet seien Anwendungen, die auf dem Erkennen und Verstehen natürlicher Sprache basierten: 22 Prozent nutzen KI den Angaben zufolge bereits dafür, 28 Prozent planten es. Dahinter folgten KI für Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) mit 20 Prozent, Fraud Detection (Betrugsprävention) mit 18 Prozent und Churn Prediction (Kündigungswahrscheinlichkeit von Kunden) mit 16 Prozent. 
Beim Blick auf einzelne Branchen offenbarten sich indes große Unterschiede: So schätzten 60 Prozent der Befragten aus dem Finanzwesen und 54 Prozent in der Automobilbranche die eigene KI-Aufstellung im Vergleich zum Wettbewerb gut oder besser ein. In der Energiewirtschaft und im Gesundheitswesen seien es dagegen nur 33 Prozent bzw. 39 Prozent. Gleichwohl wüssten – branchenübergreifend – 84 Prozent der Unternehmensverantwortlichen, dass KI auf immer mehr Themengebieten den Wettbewerb zwischen Unternehmen entschieden werde.

Das Thema Chatbots war einer der Schwerpunkte der Umfrage. Die Zustimmungswerte sind der Studie zufolge hoch: Fast 80 Prozent der befragten Verbraucher können sich demnach das Nutzen eines Chatbots in Form eines Text-Chats vorstellen. 62 Prozent bewerteten ihre Erfahrung mit so einem System mit gut oder besser. Allerdings komme es auf den Anwendungsfall an. So könnten sich nur 41 Prozent der Befragten vorstellen, einen Chatbot für das Eröffnen eines Kontos zu nutzen beziehungsweise hätten das auch schon getan. Als Berater beim Online-Kauf komme so eine Anwendung aber für 77 Prozent in Frage, hieß es. (ud)
 

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