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Sprachanalyse: KI entschlüsselt Klanglandschaften

Sprachanalyse spielt in der Wissenschaft und bei alltäglichen Anwendungen eine immer größere Rolle: Sprache kann aufgenommen, verarbeitet und übersetzt werden. Spezielle Apps, die Erkrankungen anhand von Stimme und Sprache analysieren können, sind bereits in der Entwicklung. Nun geht das Team um Prof. Dr. Björn Schuller, Universität Augsburg, den nächsten Schritt: Mit dem im Januar 2021 gestarteten Projekt ADI0NOMOUS erforschen sie Klang insgesamt. Das Projekt werde im Rahmen des Reinhart-Koselleck-Programms von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zunächst für fünf Jahre gefördert, teilte die Uni mit.

Das auf künstlichen intelligenten Systemen basierende Langzeitprojekt ziele darauf ab, einen großen Durchbruch bei der Analyse, Kategorisierung und dem Verständnis von realen Klanglandschaften zu erreichen. Der neuartige Ansatz subsummiere Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre mit Blick auf einzelne Bereiche der Audio-Forschung und ermögliche so völlig neue Perspektiven: Das tiefgreifende Erfassen von Klanglandschaften mit Hilfe Künstlicher Intelligenz eröffne dem Verständnis des Hörens von Computersystemen eine neue Dimension, denn dies gehe weit über das bislang bekannte menschliche Hörverständnis hinaus, hieß es.


„Klänge per IT verstehen und dechiffrieren“
„Klanglandschaften sind unsere alltägliche akustische Umwelt; wir sind praktisch immer von Geräuschen umgeben, wir reagieren auf sie, genau wie wir sie auch erzeugen. Mit ADI0NOMOUS interessiert uns die ganze Komplexität unseres Audiosystems – insbesondere jede einzelne Klangquelle wie Sprache, Musik oder Fluglärm. Wir arbeiten daran, diese Klänge per IT zu verstehen und zu dechiffrieren“, so Schuller, Professor für Embedded Intelligence for Health Care and Wellbeing. 

Der besondere Charakter des Ansatzes sei das tiefergehende Verständnis jeder einzelnen Klangquelle, ihrer Eigenschaften und ihres Zustands in der gesamten hörbaren Szene. Für die Entschlüsselung der Klanglandschaften planen Schuller und sein Team demnach vier hochkooperative und interaktive Hör-Agenten auf KI-Basis zu entwickeln. „Im Zusammenspiel werden diese Agenten ein tieferes und ganzheitliches Verständnis von Klang ableiten“, resümierte Schuller. (ud)
 

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