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Marktanalyse: Mit KI auf der Jagd nach den besten Investmentfonds

Wer sein Vermögen in Investmentfonds anlegen möchte, hat zumeist die Qual der Wahl. Weltweit werden unzählige Investmentfonds gehandelt. Welche davon das investierte Geld wert sind, ist auch für Vermögensverwalter mit langjähriger Berufserfahrung nicht immer so einfach ersichtlich. Das hat zum einen mit der schieren Menge an Marktinformationen zu tun, zum anderen aber auch damit, dass sich die Informationsbasis permanent erweitert. Was liegt da näher als eine Künstliche Intelligenz (KI), die den Datenstrom überwacht und quasi die besten Fonds aus dem globalen Angebot herauspickt? Dieser Aufgabe hat sich die deutsche LPA Gruppe angenommen, eine Firma, die sich auf Kapitalmarkttechnologie (CapTech) spezialisiert hat. Zur LPA Gruppe, deren Headquarter sich in Frankfurt am Main befindet, gehört auch das Schweizer Fintech AAAccell.

Gemeinsam haben die CapTech-Experten die Künstliche Intelligenz Fundtastic an den Start gebracht – mit dem Ziel, „den Investmentfondsmarkt für alle Marktteilnehmer transparenter, sicherer und wertstiftender zu machen“, so die LPA Gruppe. Der Algorithmus der KI vergleiche rund 350.000 Investmentfondstitel auf der ganzen Welt. Die Software gehe dabei deutlich weiter und tiefer als bisher eingesetzte Tools. Der Grund: Das System führe cloudbasiert Milliarden von Simulationen pro Auswertung durch – und dies nicht nur statisch, sondern selbstlernend: „Mit jeder durchgeführten Analyse erkennt die Software mehr Muster, mehr mögliche Zusammenhänge zwischen aktiven Managemententscheidungen der Fonds und externen Faktoren, die Einfluss auf die Wertentwicklung haben – und gleicht diese Ergebnisse dann aufs Neue mit den Fondsanalysen ab“, so die Firma.

Der Algorithmus führe jedoch nicht nur die Analysen nach den ursprünglich definierten eingestellten Parametern durch, sondern lerne automatisch dazu. Die Software erkenne mit jeder Analyse immer mehr Zusammenhänge. „Das wiederum bedeutet: Die eingesetzte Technologie Machine Learning (ML) beginnt, nicht nur Vergangenes besser zu verstehen, sondern aufgrund der Mustererkennung auch Annahmen für die zukünftige Entwicklung zu modellieren – indem tagesaktuelle Entwicklungen in den hochkomplexen Algorithmus einbezogen werden.“ Auf Basis dieser Ergebnisse ergebe sich nun ein „meinungsbefreites, objektives da rein datenbasiertes Bild des weltweiten Investmentfondsmarkts“, heißt es.

Schmid: „KI sucht logische, sinnvolle Zusammenhänge“

Sandro Schmid, CEO von AAAccell, erläutert im Interview mit KINOTE: „Wir berechnen mithilfe der Künstlichen Intelligenz, welche Erträge bestimmte Investmentfonds abwerfen und welche Risiken beim Erwerb einzelner Fonds in Zukunft bestehen könnten. Im Kern läuft es darauf hinaus herauszuarbeiten, welcher Fonds sich lohnt und welcher nicht.“ Die KI sei allerdings, wie jede andere auch, auf einen großen Dateninput angewiesen: „Hierbei handelt es sich unter anderem um Finanzmarktdaten. Die KI sucht logische, sinnvolle Zusammenhänge, und zwar so lange, bis das Modell immer besser wird“, erklärt Schmid.

Stephanie Paech, Director bei LPA, fügt im Gespräch mit KINOTE hinzu: „Wir sehen, dass das System häufig hybrid angewendet wird.“ Der Mensch verwende Fundtastic, um eine bessere Entscheidungsgrundlage zu haben. Paech: „Wir bieten das System Retailbanken, Privatbanken oder auch Asset Managern an.“ Das Tool sei eine weitere Komponente im Entscheidungsprozess. Die letzte Entscheidung, Erwerb oder Nichterwerb eines Investmentfonds, treffe am Ende weiter der Mensch.

Autor
Dogan Michael Ulusoy

 

Stephanie Paech, Director bei LPA
Sandro Schmid, CEO von AAAccell
  

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