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KI-Szene: Pandemie hinterlässt bei Start-ups Spuren

Das geht aus einer aktuellen Erhebung von appliedAI, einer Initiative der UnternehmerTUM GmbH, hervor. Wie das Unternehmen am Dienstag in Garching mitteilte, sei die Gesamtzahl deutscher KI-Start-ups in den vergangenen zwölf Monaten um 30 Unternehmen angestiegen und liege inzwischen bei 278. Allerdings hätten sich die jährlichen Neugründungen der Start-ups deutlich reduziert: Während die Wachstumsrate von Neugründungen im Jahr 2018 noch bei 62 Prozent gelegen habe, sei sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf 15 Prozent gefallen und sinke in der aktuellen Erhebung weiter auf nur noch 12 Prozent, hieß es.

Die quantitative Wachstumsrate neuer KI-Start-ups flache zwar ab, die Qualität der Neugründungen sei jedoch bemerkenswert: Neu gelistete Start-ups, darunter beispielsweise JINA AI oder presizeAI, konnten demnach bereits im ersten Jahr ihres Bestehens Finanzierungsrunden in Millionenhöhe erzielen. Dies sei in den letzten Erhebungen noch nicht der Fall gewesen. 52 Start-ups aus dem vergangenen Jahr seien nicht mehr auf der KI-Landkarte zu finden. Die meisten von ihnen (39 Prozent) hätten eine Liquidation vollzogen, 12 Prozent seien von einem anderen Unternehmen übernommen worden. 
  
Höhere Überlebenschancen der Unternehmen

Im Schnitt sind deutsche KI-Start-ups den Angaben zufolge 4,5 Jahre alt. Die Zahlen belegen der Studie zufolge, dass sich nicht nur die generelle Qualität (gemessen anhand von Indikatoren wie der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells und der Teamstruktur) der Start-ups verbessere, sondern dass sie auch imstande seien, professioneller am Markt zu operieren. Die zu erwartenden Überlebenschancen der Unternehmen seien somit deutlich höher als noch in den Vorjahren. Somit trenne sich die Spreu vom Weizen und namhafte Unternehmen etablierten sich am Markt. Ein gutes Beispiel und stellvertretend für diese Start-ups sei Konux: Die Firma baue Sensoren, die KI nutzen, um die Bahninfrastruktur zu überwachen. Zuletzt habe sich das Team 66 Mio. Euro in einer Serie-C-Finanzierung gesichert. 

Leider sei das durchschnittliche Investitionsvolumen, das in KI-Start-ups floss, von 19 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 11 Mio. Euro im letzten Jahr gesunken. Münchner Start-ups seien bei einer durchschnittlichen Investitionshöhe von 21 Mio. Euro weiterhin führend. Berliner Start-ups erhielten demnach im Schnitt 6 Mio. Euro, während der deutsche Durchschnitt bei 11 Mio. Euro gelegen habe. Die Gesundheitsindustrie zähle neben der Fertigung und Mobilitätsbranche weiterhin die meisten KI-Start-ups. Allerdings könne sie bislang noch keinen signifikanten Zuwachs verzeichnen – der Branchenboom könnte, etwas zeitversetzt, in diesem Jahr losgehen. (ud)

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