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KI: Pentagon legt ethische Leitlinien fest

Die Technik müsse stets steuerbar sein, lautet eines der Prinzipien. Die Ethikregeln seien das Resultat einer 15-monatigen Konsultationsphase mit führenden Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Laut US-Verteidigungsminister Mark Esper entsprechen die Grundsätze den kürzlich vorgestellten Ansätzen des Weißen Hauses für „vertrauenswürdige KI“ nach dem Vorbild Europas.

Das Pentagon verpflichtet sich unter anderem dazu, KI-Systeme so zu gestalten, dass sie „ihre intendierten Aufgaben erfüllen“. Es müsse immer möglich sein, nicht beabsichtigte Folgen zu entdecken und diese zu vermeiden. KI-Programme, die „unbeabsichtigtes Verhalten“ offenlegen, müssten deaktiviert werden können. Laut Pentagon bringt KI „neue ethische Risiken" mit sich. Das Personal des Ministeriums werde die Technologie daher „verantwortlich“ einsetzen. Das Pentagon werde zudem „wohlüberlegte Schritte“ unternehmen, um „ungewollte Vorurteile“ zu minimieren und „faire“ automatisierten Entscheidungen möglich zu machen, hieß es.

Kritik an den Prinzipien übte die Anthropologin Lucy Suchman, die sich auf die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Kriegsführung spezialisiert hat. Die Expertin befürchtet, dass sich das Pentagon lediglich einen ethischen Anstrich verpassen wolle, so das Nachrichtenportal APNews. Der Chef der KI-Einheit (Joint Artificial Intelligence Center (JAIC) des amerikanischen Militärs, US-Generalleutnant Jack Shanahan, sieht demnach in der Offenheit der Richtlinien einen Vorteil. Einschränkungen, die in ein paar Jahren überholt sein könnten, sollten vermieden werden, so Shanahan. (ud)

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