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Deep Fakes: Regierung sieht große Gefahr für Gesellschaft

Die politischen Gräben zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Vorgänger Barack Obama sind gewaltig. Das betrifft wohl auch die persönlicher Ebene, die gegenseitige Aversion dürfte immens sein. Doch ist es wirklich möglich, dass Obama seinen Nachfolger im Amt öffentlich als Vollidioten bezeichnet? Ein im April 2018 veröffentlichtes Video mit dem ersten schwarzen US-Präsidenten legt das zumindest nahe. Doch weit gefehlt: Es war nicht Obama selbst, der sich so drastisch äußerste, sondern der Regisseur und Schauspieler Jordan Peele. Der Obama-Imitator hat die Mimik und Gestik des Ex-Präsidenten voll verinnerlicht. Zum Einsatz kam zudem die App „Fake App“. Mit ihr kann man den eigenen Mund mit dem einer anderen Person überlagern und sie auf diese Weise alles sagen lassen, was man gern möchte.

Bundesregierung behandelt Thema Deep Fakes übergreifend

Von Schauspielern, die plötzlich in irgendeinem alten Film auftauchen, bis hin zu Sängerinnen, die vermeintlich in Sexfilmen mitmachen: Sogenannte Deep Fakes sorgen zunehmend für Besorgnis. Mit dem Begriff werden Fälschungen bezeichnet, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Auch die Politik hat die Brisanz des Themas erkannt. Die Bundesregierung ist sogar derart alarmiert, dass sie Thema Deep Fakes übergreifend behandelt. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort (19/15657) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/15210), teilte der Informationsdienst „heute im bundestag“ (hib) am Mittwoch in Berlin mit. Wie es in der Antwort heißt, könnten Deep Fakes eine große Gefahr für Gesellschaft und Politik darstellen, wenn sie dazu genutzt würden, die öffentliche Meinung zu manipulieren und den politischen Prozess gezielt zu beeinflussen.
Mit dem Themenkomplex Desinformation beschäftigen sich den Angaben zufolge das Auswärtige Amt, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Im Bundesministerium für Bildung und Forschung setze sich die Abteilung „Forschung für Digitalisierung und Innovationen" mit dem Thema Deep Fakes auseinander – und zwar durch die Förderung von Forschungsvorhaben zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformationen („Fake News“) und im Rahmen der IT-Forensik.

Im Rahmen der Kriminalitätsbekämpfung befasse sich das Bundesinnenministerium mit dem Thema, und mit Deep Fakes aus sozialwissenschaftlicher Perspektive als Instrument hybrider Kriegsführung beschäftige sich die Universität der Bundeswehr Hamburg. Das Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend entwickle und fördere Projekte zur Digitalen Kompetenz, und auch das Bundeskanzleramt und das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung seien mit dem Thema befasst, hieß es den Angaben zufolge. (ud)

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