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Arbeitswelt: Großteil der Mitarbeiter
sieht KI positiv

Mehr noch: Mitarbeiter erhofften sich von der Technologie vor allem mehr Effizienz, Entlastung und schnelleres Arbeiten. Unter den Befragten herrsche eine allgemein positive Einstellung zum Einsatz von KI in ihrem Unternehmen, hieß es. Nur 2,9 gäben an, dass in ihrer Firma zu viel KI angewendet werde. 24,7 Prozent der Befragten machten sich dennoch Sorgen. Die meisten Bedenkenträger kommen demnach aus der Personalentwicklung, der HR-Abteilung, Sales oder der Logistik. Sie hätten am meisten Sorge, dass durch KI-Anwendungen Arbeitsplätze wegfallen oder bestimmte Aufgaben überflüssig würden, so die Ergebnisse einer Studie der Internationale Hochschule IUBH in Erfurt unter Mitarbeitern und Führungskräften.

Mitarbeiterentlastung spiele beim Einsatz von KI eine große Rolle, hieß es. 42,1 Prozent der Befragten, die aktuell bereits KI nutzten, sähen die Mitarbeiterentlastung als eines der wichtigsten Ziele an. Ebenfalls wichtig: Kostensenkung – häufig durch Effizienzsteigerung. Und diejenigen, die noch keine KI nutzten? Mehr als 52 Prozent geben den Angaben zufolge an, dass sie KI einsetzen möchten, um Mitarbeiter zu entlasten. Kosten zu senken sei hier nur für 47,5 Prozent ein Ziel, so die Studie. Allerdings erklärten nur 17,9 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen über alle Kompetenzen verfügen würde, um KI erfolgreich anzuwenden. Nur etwa die Hälfte der Führungskräfte sei gewillt, ihre Mitarbeiter im Umgang mit weiterzubilden.


Mangel an notwendigen Kompetenzen im KI-Bereich
Insgesamt sei die Relevanz von KI in Firmen hoch, hieß es weiter. Etwa 43 Prozent der Befragten gäben an, dass sie den Rückgriff auf die Technologie zum aktuellen Zeitpunkt für wichtig hielten. Diese Zahl steigt den Angaben zufolge auf über 60 Prozent, wenn es um die zukünftige Relevanz gehe. Zudem sei KI bisher ein strategisches Managementthema gewesen. Mehr als 70 Prozent der Führungskräfte gäben an, dass sich ihre Unternehmen bereits konkret mit KI auseinandersetze.

Laut Untersuchung haben Unternehmen bisher jedoch eine eher kurzfristige Sicht auf KI. Das Wachstumspotenzial werde noch nicht voll erkannt. Nur 14,3 Prozent hätten KI bereits im Einsatz. 47,5 Prozent aller Befragten gäben an, sich im Unternehmen bisher noch nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben. Darüber hinaus erklärten über zwei Drittel der Mitarbeiter, nicht über das nötige Wissen zu verfügen. Trotzdem sei weniger als ein Drittel bereit, sich die nötigen Skills anzueignen. Jeder Fünfte meine, dass Weiterbildungsangebote zum Thema KI fehlten und dass allein schon aus diesem Grund ein Upskilling schwierig sei.

„Die große Überraschung ist die positive Einstellung zu Künstlicher Intelligenz bei den Mitarbeitern ohne Führungsfunktion“, kommentierte einer der Autoren der Studie, Prof. Dr. Ulrich Kerzel, die Ergebnisse. Die Angst vor KI werde in Deutschland gefährlich überschätzt. „Wenn die Führungskräfte annehmen, dass die Mitarbeitenden KI skeptisch gegenüberstehen, erschwert das die Entscheidung für Künstliche Intelligenz. So wird die Angst vor der Angst zum Bremsklotz – und führt dazu, dass Unternehmen das enorme Potenzial von KI nicht nutzen,“ so Kerzel. (ud)

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